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Acht Kaplan-Turbinen, 465 Tonnen je Laufrad: ein Jahr Bauaufsicht in Laos
Es gibt Projekte, bei denen alle Maßstäbe verrutschen. Für ein Wasserkraftwerk in Laos war Heinz Krönauer ein Jahr lang vor Ort — in einem internationalen Team, das den Bau einer Anlage überwachte, deren Turbinen zu den damals größten der Welt zählten.
Ein Kraftwerk in der Dimension eines Kernkraftwerks
Zwischen 2017 und 2019 entstand in Laos ein erdbebensicheres Großwasserkraftwerk. Heinz Krönauer gehörte zu dem zehnköpfigen, international besetzten Team, das den Bau begleitet und überwacht hat. Ein Jahr davon war er selbst auf der Baustelle.
Die Zahlen dieses Projekts lassen sich mit dem Alltag im Bayerischen Wald kaum vergleichen. Acht Kaplan-Turbinen treiben die Anlage an — es waren zu ihrer Zeit die größten gebauten Maschinen dieser Bauart. Jedes einzelne Laufrad misst neun Meter im Durchmesser und wiegt 465 Tonnen. Die Gesamtleistung liegt in der Größenordnung eines Kernkraftwerks.
Warum ein Betrieb mit 15 Mitarbeitern dabei ist
Die Frage stellt sich zwangsläufig: Wie kommt eine Werkstätte aus Geiersthal zu einer solchen Aufgabe? Die Antwort hat wenig mit Größe zu tun und viel mit Erfahrung. Wer seit Jahrzehnten eigene Kraftwerke betreibt und zugleich für andere baut, repariert und modernisiert, kennt die Fehler, die sich erst nach Jahren im Dauerbetrieb zeigen. Genau diese Sicht ist bei einer Bauüberwachung gefragt — nicht die Fähigkeit, ein 465-Tonnen-Laufrad selbst zu gießen.
Parallel lief zwischen 2017 und 2018 ein Beratungsauftrag für Großwasserkraftprojekte im asiatischen Raum mit insgesamt 1.290 Megawatt Ausbauleistung.
Was davon geblieben ist
Das Projekt hat Aufmerksamkeit gebracht, bis nach Indien: 2018 kam eine Fachdelegation eigens nach Geiersthal, um sich das Unternehmen anzusehen. Und es hat gezeigt, wie weit die Erfahrung aus der Wasserkraft trägt — von der kleinen Mühle mit zwei Kilowatt bis zu Anlagen im Gigawatt-Maßstab.
Heute liegt der Schwerpunkt wieder deutlich näher: 756 Wasserkraftwerke gehören zum Kundenstamm, und die Auftragsbücher sind voll. Das Auslandsgeschäft, früher etwa die Hälfte der Aufträge, hat das Unternehmen bewusst zurückgefahren — weil Fachkräfte fehlen, nicht weil die Nachfrage fehlt.
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